Von klein auf hörte ich Wörter wie begabt. Überdurchschnittlich. Begnadet.
Ich hatte all diese Wünsche, wollte etwas werden. Jemand.
Niemand sagte: Das geht nicht.
Niemand sagte: Mörderin
Von Infernale
Der erste Band von dieser Reihe spielt in der Zukunft, jedoch nur wenige Jahre von unserer Zeit entfernt. Am Anfang begleiten wir die Protagonistin Davina, kurz Davy, in der Schule. Sie führt ein perfektes Leben: Ist eine Musterschülerin, begnadete Musikerin und mit dem begehrtesten Typen der Schule zusammen. Die beiden sind ziemlich verliebt ineinander und geben ein perfektes Paar ab. Doch nach ihrem positiven HTS-Test ist all dies nichts mehr wert und ihr Leben wird vollkommen auf den Kopf gestellt.
Davy wird nicht nur zur Außenseiterin, sie wird zur Ausgestoßenen, zum Zielobjekt für Hasstiraden und all die Dinge, die sie zuvor geleitet hatte, sind nichts mehr wert. Sie muss von heute auf morgen ihre Privatschule verlassen und ständig unter Beobachtung stehen. Keinen Fehler darf sie sich leisten, denn ihr Leben steht dabei auf dem Spiel.
Ab dem Zeitpunkt, als Davy ihre Diagnose bekommt, ist die Geschichte durchgehend spannend. Es wird wirklich gut beschrieben, wie sie sich fühlt und all das sie sehr mitnimmt. Mir würde es nicht anders gehen! Besonders, da sie so ein perfektes Leben geführt hat und eigentlich nie mit Gewalt oder Ähnlichem konfrontiert wurde. Auf einmal ist da alles weg. Es geht nur noch darum, wie sie überleben kann und unbeschadet durchs Leben kommt. Ich fand es toll, dass Davy im Laufe des Buches/Hörbuches doch nicht so perfekt ist, wie sie zuvor dargestellt wurde. Sie musste wie jeder andere Mensch sich durchkämpfen und versuchen sich keine Feinde zu machen.
In ihrer neuen Schule lernt sie Sean kennen. Er versucht sie zu beschützen und hat sie auch schon vor einigen gefährlichen Situationen bewahrt. Durch sein einschüchterndes Aussehen bekommt er das auch ziemlich gut hin. Doch nicht immer ist er da …
Die Geschichte nahm spannende Wendungen und ich beobachtete staunend Davys Entwicklung. Ich konnte ihre Furcht, ihr Entsetzen, ihre Selbstzweifel aber auch ihren Kampfeswillen spüren. Besonders aufgrund ihrer Härte überraschte mich das Buch häufig. Andauernd dachte ich mir nur, wie ungerecht das alles ist. Nur wegen eines Gens wird Davys Leben so zerstört. Dabei hat sie ja nichts getan. Alles was sie nach der Diagnose tut, finde ich, wird eigentlich nur hervorgerufen, weil es jeder von ihr erwartet oder sie dazu zwingt. Ich war einfach so entsetzt wie unfair sie behandelt wurde.
Zum Hörbuch kann ich sagen, dass Friederike Walke sehr schön vorliest. Eigentlich bin ich ein ziemlich pingeliger Hörer, hier hat mich aber absolut nichts an ihrer Weise gestört!
Momentan lese ich endlich den zweiten Teil von der Buchreihe!